Tenugui Sakura/Seikaiha

Diese traditionellen japanischen Handtücher entstammen der Epoche der Edo-Zeit (1603 bis 1868) und waren damals sehr populär. Heute sind es wohl nur noch buddhistische Mönche und andere Idealisten, die diese ressourcensparenden Handtücher benutzen. Immerhin hat ein Handtuch in den Maßen 30 x 90 cm nur ein Gewicht von 35 Gramm und wiegt somit nur ca. 1/7 eines regulären Handtuchs mit immerhin 254 Gramm.

Der mögliche Einspareffekt vergrößert sich, wenn man die Gesamtmenge an Handtüchern betrachtet. Die übliche Handtuchmenge beträgt 10 Stück pro Person (10 x 254g = 2.540g), bei vier Tenugui (2x Sakura, 2x Seikaiha) sind das nur 140g. Das Verhältnis ist also ca. 1/18!

Tenugui Sakura
Trocknet sehr schnell …

Bezeichnend für diese Handtücher ist die enorm schnelle Trocknungszeit. Auf dem warmen Handtuch-Heizkörper ist ein gewaschenes Handtuch innerhalb von einer Stunde trocken. Wie schnell mag die Trocknung an der Wäscheleine im warmen Sommerwind wohl geschehen? Eine weitere Besonderheit liegt in den zwei Schnittkanten an den Enden. Während die seitlichen Webkanten gegen das sogenannte „Aufribbeln“ geschützt sind, dürfen an den Enden nach jedem Waschgang die gelockerten Fäden abgeschnitten werden. Angeblich, so der Anbieter, lässt das „Aufribbeln“ nach einigen Wäschen nach.

Das Abtrocknen mit dem Tüchlein gewöhnungsbedürftig, da die gesamte Fläche Tuchfläche ausgenutzt werden muss, um alle gewaschenen Körperstellen einigermaßen zu trocknen. Wer aber die nötige Ruhe und Zeit dafür aufwendet, wird dafür mit einem die Achtsamkeit schulenden Erlebnis belohnt. Die Tenuguis habe ich zwei Körperzonen zugeordnet. Seikaiha (blau) für den Bereich oberhalb des Bauchnabels und Sakura (rot) für den Bereich unterhalb des Bauchnabels. Körper- und Haartrockung lassen sich ungewohnt aber ohne Einschränkungen durchführen. Dann noch im Waschbecken die beiden benutzen Tüchlein aus hygienischen Gründen nacheinander (erst Seikaiha, dann Sakura) im Waschwasser mit Aleppo-Seife durchwaschen und mit Frischwasser durchspülen, das überschüssige Wasser herausdrücken und die Tüchlein auf den Heizkörper zum Trocknen hängen. Die anderen (getrockneten) Tüchlein vom vorhergehenden Gebrauch an den Handtuchhalter hängen. Nun ist alles für den nächsten Einsatz vorbereitet.

Ressourcen- und Platzsparend

Was für ein ressourcenschonender unkomplizierter Erkenntnisgewinn. Statt ein dickes Standard-Handtuch (254 Gramm) gewohnheitsmäßig zu benutzen, dieses dann in den Wäschekorb zu legen, später zusammen mit den anderen Handtüchern unter Beigabe von Waschmittel, viel Wasser und Ökostrom in der Waschmaschine zu waschen und es dann an der Wäscheleine zu trocknen, kamen hier 2 x 35 Gramm japanisches Baumwollgewebe zum Einsatz. Und das Ergebnis war ebenbürtig – Haut und Haare abgetrocknet und Tüchlein gewaschen und durchgespült und zum Trocknen aufgehängt – aber in einem Bruchteil der Zeit und mit minimalen Ressourcen. Das gefällt mir!

Tenugui (35g) mit seinen großen Schwestern und Brüdern (je 254g).