Bernburger Muster mit Grauwacke

Auf diesen Steinen laufe ich sehr gerne – besonders wenn die Oberfläche von den vielen Schritten der Mitmenschen darauf so richtig glatt geschliffen wurde.

Die Verlegeart Bernburger Muster mit Grauwacke (manchmal leider auch mit Granit-Quadern), die in Berlin fast überall auf Fußwegen anzutreffen ist, hat aus meiner Sicht eine Menge praktischer Vorteile. Die Steine (meist Grauwacke in 6×6 cm) sind oft weit über einhundert Jahre im Einsatz und können jederzeit in verschiedensten Formationen immer neu eingesetzt werden. Bei der Produktion der Pflastersteine können auch kleine Stücke verwendet werden, ohne unnötige Abfälle zu erzeugen. Die Verwendung von größeren Natursteinplatten bedeutet wesentlich mehr Verschnitt im Herstellungsprozess.

Die Verlegung ist auch für unförmige oder sehr kleine Defekt-Stellen geeignet, die sonst üblicherweise mit aufwändig zurechtgeschnittenen Betonplatten ausgeführt werden müsste. Und sehr schnell geht die Verlegung auch – zack-zack ist die Stoplerstelle zu!

Ein weiterer Vorteil ist die Austauschbarkeit der Steine: es müssen nicht verschiedenste Sorten von Steinen in unterschiedlichen Formaten vorgehalten werden. Es reicht eine Sorte Grauwacke in der ohnehin gemischten Sortierung.

Die Reparatur von defekten Stellen des Pflasters ist denkbar einfach: Steinchen herausnehmen, Verlegesand auflockern, etwas neuen Verlegesand dazugeben, Steinchen entsprechend des Musters einpassen, leicht mit einem Verlegehammer in den Sand einklopfen. Anschließend die Fläche mit einem manuellen Stampfer begradigen. Dann noch Einschlämmen – und fertig.

Diese Arbeiten können von Menschen mit etwas Augenmaß und ohne großartige Fachausbildung mit minimalem Aufwand an manuellem(!) Werkzeug (Verlegehammer, Stampfer, Verlegesand, Wasser) ausgeführt werden.

Nicht benötigt werden: elektrische Trennschneider, Diamant-Trennscheiben, Bagger, Hebewerkzeuge, Meßwerkzeuge, Motorgetriebene Rüttler, Beton oder Verlegemaschinen.

Nachteile hat die glatte Oberfläche der Steine wohl auch: im Winter, wenn es so richtig eisig ist, können die Steine ganz schön glatt werden. Und wenn erstmal ein Steinchen aus dem Verbund herausgewackelt wurde, entsteht schnell eine größere Stoplerstelle. Aber die Schönheit der Pflasterung und die einfachste Handhabung bei der Reparatur überweigen nach meiner Meinung.