Straußen-Ei mit zwei Mythen

Straußenfarm im Umland von Berlin

Bei der Verkostung eines Straußen-Eies haben uns die Eigentümer einer Straußenfarm im Berliner Umland allerlei kurzweilige Geschichten, Fakten und Mythen rund um diese urzeitlichen Vögel und deren Eier erzählt.

Ein Straußen-Ei-Rührei (entspricht 25 Hühner-Eiern)

Zwei Mythen waren so interessant, dass mich diese zu einer Nachprüfung angeregt hatten. Zuerst einmal, so der Eigentümer der Straußen-Farm, sollen Buschmänner in Afrika an geheimen Stellen nahe den altbewährten Stammes-Marschrouten im losen Sand geleerte Straußen-Eier verstecken, die mit frischem Trinkwasser befüllt und mit einem Holzstück verschlossen wurden. Das Wasser, so der Erzähler, würde auch nach Monaten der Lagerung im kühlen Sand noch frisch schmecken und nicht „faulig“ werden.

Das mitgebrachte Straußen-Ei habe ich mehrmals kräftig mit frischem Leitungswasser ausgewaschen und dann über Nacht stehen lassen. Am nächsten Morgen hatte das Wasser einen sehr deutlichen und unappetitlichen Eigengeruch. Ok – also nochmals kräftig auswaschen und durchschütteln und dann eine erneute Befüllung über Nacht. Auch nach sechs aufeinanderfolgenden nächtlichen Lagerungen des guten Berliner Trinkwassers im Straußen-Ei war dieser unappetitliche Eigengeruch immer noch vorhanden. Schade. Also: Mythos eins – Puh, nicht so gut. Ich habe die sensorische Prüfung bereits beim Geruch abgebrochen – das Wasser ist über Nacht für mich un-trinkbar geworden. Also darf das Ei in die nächste Versuchsrunde starten.

Befüllt mit Leitungswasser

Der zweite Mythos drehte sich um Spinnen. Angeblich sollen geleerte Straußeneier, die in einem geschlossenen Zimmer gelagert werden, jegliche Arten von Spinnen fernhalten. Als Begründung wurde dargelegt, dass in der Urzeit vor Millionen von Jahren das Futter der eierlegenden Dinosaurier und Artgenossen (der Strauß soll ein entfernter Verwanter sein) auch aus Spinnen bestand. Diese Spinnen und deren Brut hatten aber keinen Bock von den Dinosauriern gefressen zu werden und haben sich Stellen für ihre Nester gesucht, die nicht nach „Eier-Gelegen“ gerochen haben. Angeblich haben sich die Spinnen diesen Geruch aus der Vorzeit bis heute gemerkt und verlegen ihre Nester nicht in Räume, die nach Ei riechen.

Der Mythos-Test mit der Spinnen-Fern-Haltung läuft seit Sonntag, 4. August 2019. Am 30. August 2019 habe ich in der Nähe des Straußeneies eine Spinne entdeckt, die angefangen hat, ihr Nest zu bauen. Also ist auch der Mythos zwei widerlegt. Schade eigentllich.

Fazit: Es waren schöne Geschichten des Straußenfarm-Besitzers – schön anzuhören, jedoch konnte ich in der Realität keine Bestätigung dafür finden.